Ein ganz normaler Arbeitstag?

 
Ein Tag
auf der kinderkardiologischen Station

Bericht der Kinderkrankenschwester Iris Schnückel
Kinderkardiologie des
Universitätsklinikums Münster, Station 18 B

Moderne Hochleistungsmedizin - stets in Verbindung mit liebevoller Pflege für die kleinen Patienten.
Moderne Hochleistungsmedizin - stets in Verbindung mit liebevoller Pflege für die kleinen Patienten.
(Foto: BVHK, Broschüre 2003, S. 14)

Krankenschwester mit kleinem Patienten
Kinderkrankenschwester mit kleinem Patienten

Konzentriert arbeiten und nur nichts vergessen.
Konzentriert arbeiten und nur nichts vergessen.
 

Es ist 6.10 Uhr und vor der Tür des Schwesternzimmers wird man schon vonden ersten Buggy-Fahrern begrüßt. Auch die Kolleginnen und Kollegen vom Nachtdienst freuen sich, nach fast zehn Stunden Dienst die Ablösung zu sehen. Nach der mündlichen Übergabe bespricht man noch anstehende Aufnahmen, Transporte, u.a.

Wir führen auf der 18B die Zimmerpflege durch, das heißt, dass eine examinierte Kraft und zum Teil eine Schülerin möglichst über einen längeren Zeitraum für bestimmte Patienten bzw. Zimmer zuständig sind. Dies hat den Vorteil, dass man die Patienten über einen längeren Zeitraum beobachten kann. "Nehmen die Belastungszeichen beim Versorgen zu?" oder "Sind die Arme und Beine immer so kalt?" sind typische Dinge, auf die wir dabei achten.

Auch der Kontakt zu den Angehörigen wird durch eine längere Anwesenheit der selben Schwester bzw. des selben Pflegers intensiviert. Man kennt die Geschwister beim Namen, hört bei dem einen oder anderen Gespräch ein Problem heraus und kann Hilfestellungen anbieten bzw. den Kontakt zu den Sozialarbeitern, Psychologen oder anderen Berufsgruppen herstellen.

Zu den vielfältigen Aufgaben der Pflegekräfte gehören die Grund- und Behandlungspflege - zum Teil in Zusammenarbeit mit den Eltern - und deren Dokumentation sowie der tägliche Visitendienst und dessen Ausarbeitung. Auch müssen die Kinder zu Untersuchungsterminen begleitet werden bzw. müssen verschiedene Termine koordiniert werden. Neue Patienten werden aufgenommen - dabei führen wir u. a. mit den Eltern ein Aufnahmegespräch, um das Kind besser kennen zu lernen. "Wie sind die Schlafgewohnheiten, was wird gerne gegessen, was mag Ihr Kind gar nicht?" Wenn kein Elternteil mit aufgenommen werden kann, fragen wir nach Besuchsmöglichkeiten.

Natürlich müssen auch die Arzneimittelbestände ständig überprüft und ggfls. neu bestellt werden. Ist die Infusionslösung aus der Apotheke auch geliefert worden und hat die Kinderdiätküche heute die Änderung berücksichtigt?

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der täglichen Arbeit auf unserer Station. Da unsere Patienten alle verschieden sind, ist auch unsere Arbeit jeden Tag anders. In regelmäßigen Abständen führen wir Teambesprechungen und Fortbildungen durch, damit für die großen und kleinen Patienten die bestmögliche Versorgung bieten können.

 


Anmerkung der Redaktion:
Der Verein "Herzkranke Kinder e.V." möchte dem Ärzte- und Pflegepersonal im Namen der betroffenen Familien für Ihren Einsatz, der sehr viel Verantwortungsgefühl abverlangt, an dieser Stelle herzlich danken. Jeder Tag ist anders und erfordert oft schnelles, überlegtes und gezieltes Handeln, um den Kindern die bestmögliche medizinische und psycho-soziale Versorgung zukommen zu lassen.


 lichen Dank
im Namen aller Eltern!